Arbeitsproduktivität von Mitarbeitenden berechnen, verstehen und gezielt verbessern
Mitarbeitende sind die wichtigste Ressource im Unternehmen – ohne sie läuft nichts. Ihre Leistung bestimmt, wie erfolgreich ein Unternehmen ist. Deshalb lohnt es sich, die Arbeitsproduktivität zu berechnen und gezielt zu fördern. Wer weiß, wie produktiv Teams arbeiten, kann Stärken ausbauen, Schwächen sichtbar machen und erkennen, ob Maßnahmen im Performance Management Prozess sinnvoll sind oder nicht.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie sich die Mitarbeiterproduktivität berechnen lässt und wie du mit unseren 9 Tipps die Mitarbeitereffizienz steigern kannst.
Der Artikel in einer Minute:
Die Arbeitsproduktivität beschreibt das Verhältnis von Arbeitsergebnis (Output) zu eingesetztem Aufwand (Input).
Die Arbeitsproduktivität zu berechnen ist mit einfachen Formeln möglich, sollte aber immer im richtigen Kontext erfolgen. Die Formel ist: Arbeitsproduktivität = Output / Input
Neben Zahlen spielen Faktoren wie Motivation, Arbeitsumfeld, Prozesse und Führung eine entscheidende Rolle.
Wenn du die Arbeitsproduktivität misst, solltest du sie auch aktiv steigern – zum Beispiel durch klare Ziele, eine gute Feedbackkultur, flexible Arbeitsmodelle und effiziente Abläufe.
Was ist Mitarbeiterproduktivität und warum ist sie wichtig?
Die Mitarbeiterproduktivität – oft auch einfach als Arbeitsproduktivität bezeichnet – beschreibt, wie effizient Mitarbeitende arbeiten. Genauer gesagt: wie viel Arbeitszeit und Ressourcen sie einsetzen, um welches Ergebnis zu erzielen. Vereinfacht gesagt zeigt sie das Verhältnis zwischen dem Arbeitsergebnis (Output) und dem Arbeitsaufwand (Input).
Die Arbeitsproduktivität macht vor allem im Vergleich deutlich, wie viel Wert oder Leistung innerhalb eines bestimmten Zeitraums geschaffen wird. Wichtig ist dabei nicht unbedingt die absolute Zahl, sondern zu erkennen, ob die Produktivität steigt, sinkt oder gleich bleibt. So kannst du sehen, ob Maßnahmen wie neue Maschinen, flexible Arbeitszeiten oder neue digitale Tools wirklich etwas bringen oder nicht.
Beispiel: Wenn du jeden Monat die Produktivität misst, siehst du schnell, ob ein neues Tool die Arbeit erleichtert hat oder nicht.
Wie lässt sich Arbeitsproduktivität berechnen?
Die Grundlage der Berechnung der Arbeitsproduktivität ist eine einfache Formel:
Arbeitsproduktivität = Output / Input
Diese Formel lässt sich flexibel auf unterschiedliche Tätigkeiten, Abteilungen und Branchen anwenden.
Was zählt als Output und Input?
Welche Kennzahlen du für die Berechnung der Arbeitsproduktivität verwendest, hängt stark vom Tätigkeitsfeld ab:
Beispiele für Output:
produzierte Stückzahlen
Umsatz oder Wertschöpfung (z. B. Umsatz pro Mitarbeiter)
abgeschlossene Projekte
bearbeitete Kundenanfragen oder Support-Tickets
Beispiele für Input:
geleistete Arbeitsstunden
Anzahl der Mitarbeitenden
Personalkosten
eingesetzte Maschinen- oder Systemzeiten
Gerade im Personalbereich ist es wichtig, realistische und vergleichbare Kennzahlen zu nutzen, um die Produktivität der Mitarbeiter zu berechnen und interpretieren zu können.
Beispiele: Arbeitsproduktivität berechnen
Produktion:
1.000 Einheiten / 100 Arbeitsstunden = 10 Einheiten pro StundeVertrieb:
50.000 € Umsatz / 5 Mitarbeitende = 10.000 € Umsatz pro MitarbeiterDienstleistung:
80 Tickets / 8 Stunden = 10 Tickets pro Stunde
Arbeitsproduktivität-Formel nach Branche im Überblick
Wann und wo macht es Sinn, die Arbeitsproduktivität zu messen?
Die Arbeitsproduktivität zu messen macht vor allem dort Sinn, wo man klar sagen kann, was herauskommt. Zum Beispiel in der Logistik, der Landwirtschaft, der Produktion, im Vertrieb oder im IT-Support. Du kannst zählen, wie viele Stücke produziert wurden, wie viel Umsatz gemacht wurde oder wie viele Support-Tickets bearbeitet wurden.
In Jobs, bei denen die Ergebnisse schwer zu zählen sind, wie in kreativen Berufen, Forschung oder Beratung, bringt diese Zahl weniger. Wenn man dort nur auf Kennzahlen schaut, kann das schnell demotivierend sein, weil die eigentliche Arbeit oft nicht direkt messbar ist. Hier solltest du zusätzlich Feedback, Zielvereinbarungen oder Beurteilungsgespräche nutzen, um die Leistung richtig einzuschätzen.
Beispiel:
Ein Lagerarbeiter kann 100 Pakete pro Stunde packen → gut messbar.
Ein Designer arbeitet an einem neuen Konzept → schwer in Stückzahlen auszudrücken, hier zählen eher Qualität, Kreativität und Ideenreichtum.
Schon gewusst? Mit der Lucca HR-Software kannst du mit der Zeiterfassung Projekte tracken und so die Produktivität verfolgen. Buche jetzt deine kostenlose Demo!
Welche Faktoren beeinflussen die Arbeitsproduktivität?
Die Arbeitsproduktivität bzw. Mitarbeiterproduktivität ist weit mehr als eine Kennzahl. Auch wenn sich die Arbeitsproduktivität berechnen lässt, sagen die Zahlen allein nicht alles aus. Wie produktiv Mitarbeitende tatsächlich arbeiten, wird von zahlreichen internen und externen Faktoren beeinflusst. Deshalb solltest du jede Berechnung der Arbeitsproduktivität immer im richtigen Kontext betrachten.
1. Fähigkeiten, Erfahrung und Motivation
Gut qualifizierte, erfahrene und motivierte Mitarbeitende arbeiten effizienter und liefern bessere Ergebnisse. Regelmäßige Schulungen, Weiterbildungen und eine faire Personalbeurteilung helfen dir, Stärken zu erkennen, Entwicklungspotenziale zu fördern und die Mitarbeiterproduktivität nachhaltig zu steigern.
2. Arbeitsmittel und Arbeitsumfeld
Moderne Tools, zuverlässige Technik und ergonomische Arbeitsplätze reduzieren Unterbrechungen und Fehler. Ein gut gestaltetes Arbeitsumfeld wirkt sich also direkt auf die Mitarbeitereffizienz und die Qualität der Arbeit aus.
3. Prozesse und Organisation
Unklare Abläufe, doppelte Arbeit oder fehlende Zuständigkeiten bremsen die Produktivität. Klare Prozesse und eine gute Aufgabenverteilung sind wichtig, um die Produktivität der Mitarbeitenden zu verbessern. Lies dir dazu unseren Artikel zum Thema Ablauforganisation durch.
4. Teamdynamik und Führung
Gute Führung wirkt sich direkt auf Motivation, Zusammenarbeit und damit auch auf die Mitarbeiterproduktivität aus. Eine offene Kommunikation, Vertrauen im Team und wertschätzende Führung fördern das Engagement der Mitarbeitenden und die Eigenverantwortung.
5. Wohlbefinden und Zufriedenheit
Zufriedene Mitarbeitende sind engagierter, fehlen seltener auf der Arbeit und liefern konstant bessere Ergebnisse – ein wichtiger Punkt in Bezug auf die Arbeitsproduktivität.
Wichtig: Produktivitätskennzahlen solltest du niemals isoliert betrachten und damit Druck auf Mitarbeitende ausüben. Auch externe Einflüsse wie Marktschwankungen, saisonale Auslastung oder technische Störungen können die Ergebnisse beeinflussen und müssen bei der Berechnung der Arbeitsproduktivität berücksichtigt werden.
9 Tipps, um die Mitarbeiterproduktivität zu steigern
Wenn du weißt, wie man die Mitarbeiterproduktivität berechnen kann, ist der nächste Schritt: sie zu verbessern. Hier ein paar Tipps, die in der Praxis gut funktionieren – einfach erklärt und leicht umsetzbar.
1. Pausen und realistische Arbeitslast
Wer ständig unter Strom arbeitet, ist irgendwann unkonzentriert. Sorge dafür, dass Mitarbeitende genug Pausen haben und die Aufgaben gut verteilt sind. So bleibt die Energie den ganzen Tag über hoch.
Beispiel: Statt dass jemand acht Stunden am Stück E-Mails beantwortet, lieber 90 Minuten konzentriert arbeiten und dann eine kurze Pause einlegen.
2. Klare Ziele und Prioritäten
Wenn alle wissen, was wirklich wichtig ist, kann die Arbeitskraft gezielt eingesetzt werden. SMART-Ziele helfen hier, Aufgaben messbar und erreichbar zu machen.
Beispiel: „Bearbeite pro Tag 15 Support-Tickets“ ist klarer als „Bearbeite so viele Tickets wie möglich“.
3. Flexible Arbeitsmodelle
Homeoffice, Gleitzeit oder hybride Modelle sind mittlerweile in vielen Unternehmen Gang und Gäbe, denn flexible Arbeitsmodelle steigern nachgewiesenermaßen die Produktivität der Mitarbeitenden. Denn wer selbst entscheiden kann, wann er am produktivsten arbeitet, liefert oft bessere Ergebnisse.
4. Mitarbeitende weiterbilden
Gut geschulte Mitarbeitende arbeiten effizienter und machen weniger Fehler. Sie bringen eigene Ideen ein und können eigenständig Abläufe oder Produkte verbessern. In die Weiterbildung von Mitarbeitenden zu investieren, ist ein strategisch gut, um die Arbeitsproduktivität auf lange Sicht zu steigern.
Beispiel: Ein Teammitglied in einer Autofabrik wird geschult, wie man die Montagelinie effizienter bedient. Danach montiert er nicht nur schneller die Teile ohne Fehler, sondern erkennt auch kleine Engpässe in der Linie und schlägt Verbesserungen vor.
5. Anreize schaffen
In manchen Bereichen können Geldprämien oder Boni die Motivation steigern, weil Mitarbeitende direkt von ihrer Leistung profitieren. Solche Anreizsysteme funktionieren besonders gut dort, wo Ergebnisse klar messbar sind.
Beispiel: Ein Vertriebsmitarbeiter erhält für jeden abgeschlossenen Auftrag eine Provision. Je mehr er verkauft, desto höher ist sein Einkommen – das motiviert ihn, aktiv neue Kunden zu gewinnen
6. Mitarbeitende wertschätzen
Lob, Entwicklungsmöglichkeiten und klare Karrierewege steigern die Motivation und die Mitarbeiterbindung. Wer sich wertgeschätzt fühlt, arbeitet besser und bleibt länger im Unternehmen.
Beispiel: Ein kurzes Dankeschön oder ein wöchentliches Feedback kann oft mehr bewirken als eine große Belohnung einmal im Jahr.
7. Prozesse optimieren und automatisieren
Manuelle Arbeit kostet Zeit und Nerven. Digitale Tools und klare Abläufe sparen Aufwand und verhindern Fehler.
Beispiel: Statt jede Rechnung manuell zu prüfen, kann ein Tool dabei helfen sie automatisch zu prüfen.
8. Feedback- und Lernkultur etablieren
Regelmäßiges Feedback, z. B. im Beurteilungsgespräch zeigt, wo es hakt und was schon gut läuft. So können Hindernisse früh erkannt und Verbesserungen umgesetzt werden.
9. Fortschritte messen
Mit HR-Software und gut strukturierten Dashboards kannst du sehen, wie sich die Mitarbeiterproduktivität entwickelt. So weißt du, welche Maßnahmen wirken und wo nachjustiert werden muss.
Kurz gesagt: Kleine Veränderungen im Alltag und regelmäßiges Feedback steigern die Arbeitsproduktivität mehr als große, einmalige Projekte.
Häufig gestellte Fragen zur Arbeitsproduktivität
1. Welche Branchen profitieren am meisten von der Berechnung der Arbeitsproduktivität?
Besonders sinnvoll ist die Messung dort, wo Ergebnisse klar messbar sind. Dazu gehören zum Beispiel:
Produktion & Fertigung – Stückzahlen, Produktionszeit, Ausschussquote
Logistik & Lager – bearbeitete Aufträge, Lieferzeiten
Vertrieb – Umsatz pro Mitarbeitendem, abgeschlossene Aufträge
IT & Support – bearbeitete Tickets, Projektfortschritte
Landwirtschaft – geerntete Mengen, Arbeitsstunden pro Feld
In kreativen oder beratenden Berufen ist die reine Zahl weniger aussagekräftig, hier sollte sie durch qualitative Beurteilungen ergänzt werden.
2. Wie können flexible Arbeitsmodelle die Mitarbeiterproduktivität verbessern?
Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder hybride Modelle steigern nachgewiesenermaßen die Arbeitsproduktivität, denn Motivation und Zufriedenheit sind größer. Mitarbeitende können dann zu den Zeiten arbeiten, in denen sie am konzentriertesten sind, und sparen Zeit durch weniger Pendeln.
3. Welche Rolle spielt die Mitarbeiterzufriedenheit bei der Arbeitsproduktivität?
Eine sehr große! Zufriedene Mitarbeitende sind motivierter, engagierter und fehlen seltener. Das steigert die Mitarbeiterproduktivität. Unzufriedenheit hingegen führt zu niedrigeren Leistungen und mehr Fehlern.
